Vulkane, Geysire und Rheinblicke

Das verlängerte Wochenende, das in diesem Herbst durch den zusätzlichen Reformationsfeiertag am 31.10.2017 zustande kam, habe ich genutzt, um weitere Ausflüge mit meinem Hymer in die nähere Umgebung d.h. an Ahr und Rhein zu machen. Die Wettervorhersagen waren für die Jahreszeit recht gut, ja sogar teilweise warm und sonnig,

Kloster Maria Laach und Lavadom in Mendig

Auf dem Weg zu meiner ersten Übernachtungsstation, Mendig/Vulkaneifel, habe ich gegen Mittag einen Abstecher zum Kloster Maria Laach am Laacher See gemacht. Der See ist eine Caldera , also kein Maar. Es gibt hier Wohnmobilparkplätze (keine Übernachtung erlaubt), die allerdings 5 Euro Tagesparkgebühr kosten. Vom Parkplatz aus ist es nicht weit zum Kloster. Auf dem Weg gibt es einen Hofladen mit Bioprodukten des Klosters, eine Imbissbude, eine Kunstschmiedeausstellung, ein Souvenir- und Buchladen, sowie die Klostergärtnerei. Doch bevor ich diese Geschäfte besucht habe, bin ich zur Klosterkirche aufgestiegen und konnte dort zunächst den Choralgesängen der Mönche lauschen und anschließend noch eine Orgelmatinee genießen.

Klosterkirche Maria Laach
Klosterkirche Maria Laach

Auf eine Besichtigung des Klosters habe ich verzichtet. Stattdessen bin ich auf dem Rückweg zum Wohnmobil zunächst durch die Klostergärtnerei geschlendert. Hier wird eine Vielzahl bekannter, aber auch exotischer Pflanzen und Blumen angeboten. Tatsächlich habe ich kurz überlegt, ein Miniusambarafeilchen fürs Wohnmobil zu kaufen, wurde dann aber auf braune, vertrocknete Knäuel in einem Korb aufmerksam. Ein Schild erklärte, dass es sich um eine Auferstehungspflanze handelt, die sich in sich zurückzieht, wenn sie kein Wasser bekommt und trotzdem immer weiter lebt. Stellt man sie in Wasser, so öffnet sie sich. Das Wässern oder Eintrocknenlassen soll man beliebig oft betreiben können. Das hat mich neugierig gemacht und ich habe zwei Knollen erstanden.

Weiter gings zum Souvenir- und Buchladen. Hier habe ich mich hauptsächlich in der Bücherecke aufgehalten und bin auch fündig geworden: Ein Bestimmungsbuch für heimische Vogelfedern, als Mitbrinsel für meine Katzensitterin, die Vogelfedern sammelt.

Die nächste Station war die Imbissbude, bei der ich mir eine Biofrikadelle gegönnt habe. Im Hofladen konnte ich Brot und Wurst kaufen, was willkommen kam, da ich kaum etwas an Bord hatte. Alles aus Klosterproduktion versteht sich.

Ich verließ das Kloster gegen Mittag und machte mich auf den Weg nach Mendig. Per ProMobil-App hatte ich den dortigen Stellplatz mit dem sich direkt daneben befindlichen Vulkanmuseum Lavadom herausgesucht. Der Stellplatz ist kostenlos, hat Stromanschluss für ca. 6 Wohnmobile und bietet VE und Toilettenentsorgungsstation. Obwohl das Museum sehr gut besucht war, bekam ich noch einen Stellplatz mit Strom.

Stellplatz Mendig
Stellplatz Mendig

Nach dem ich das Womo mit Strom versorgt hatte, habe ich mir das kleine Museum angesehen. Im Lavadom geht es um einen Vulkanausbruch von gewaltigem Ausmaß, der grösste in Europa der Neuzeit, der die Gegend hier geprägt hat. Im vergangenen Jahrhundert wurden hier unter Tage verschiedene Gesteine, insbesondere Basalt zur Mühlsteinherstellung abgebaut. So ist der ganze Ort mit Stollen, Gängen und Hallen unterhöhlt. Später wurden diese Räume von den 28 Brauereien des Ortes genutzt, da eine gleichbleibende Temperatur von 6-9 Grad perfekt war, um Bier zu lagern. Damals wie heute ist der Keller auch das Zuhause von Fledermäusen. Einen kleinen Teil des Lavakellers kann man sich mit einem sachkundigen Führer ansehen, was ich natürlich auch gemacht habe.

Lavakeller
Lavakeller

Der Geysir von Andernach

Am nächsten Morgen war ich früh wach und nahm nach dem Frühstück ein Vorhaben in Angriff, dass ich für Leerlaufzeit auf dieser Reise geplant hatte: Aufräumen!

Kleinkram und Werkzeug aufräumen

Am späten Vormittag machte ich mich dann auf den Weg nach Andernach. Den dortigen Stellplatz hatte ich mir herausgesucht, weil er direkt am Rhein liegt und nicht weit entfernt vom Geysirbesucherzentrum und dem Ablegeplatz des Schiffes, das den Touristen zum Geysir schippert. Der Stellplatz ist aber eigentlich nur ein großer Parkplatz, der schon gegen Mittag praktisch voller Wohnmobile war. Obwohl sehr eng geparkt wird, konnte ich noch eine Lücke ergattern, die auch lang genug für mein Häuschen war. Allerdings gab’s keinen Stromanschluss an dieser Stelle. Das machte aber nichts.

Stellplatz Andernach
Stellplatz Andernach

Ich begab mich gleich auf den Weg am Rhein entlang in Richtung Schiffsanleger und Geysirmuseum. Die Zeit bis zur nächsten Besichtigungsfahrt zum Geysir war zu kurz, um sich noch das Museum anzusehen, deshalb beschloss ich, dies nachher zu machen.

Die Schiffstour zum Geysir war kurz (ca. 20 Minuten) aber dennoch eine nette Abwechslung. Leider hat an diesem Tag das Wetter nicht so mitgespielt. Auf der Hinfahrt war es regnerisch und kühl, die Rückfahrt konnte man aber schon wieder bei Sonnenschein auf Deck geniessen.

Am Geysir angekommen, musste man nur 5 Minuten warten, bis der Ausbruch begann. Etwa alle zwei Stunden steigt eine imposante Wassersäule bis zu 60 Meter hoch. Sie entsteht durch den Druck von vulkanischem Kohlenstoffdioxid. Der Ausbruch dauert knapp 10 Minuten. Auf Wunsch kann man danach sogar eine Kostprobe des Wassers nehmen.

Geysir Andernach
Geysir Andernach

Nach Rückkehr und Besichtigung des Museums, war es Zeit für ein ausgiebiges Nickerchen und einen gemütlichen Abend in meinem Hymer.

 

Niederwalddenkmal – Germania

Bei anderen Rheintouren hat man immer mal wieder diese beeindruckende Statue auf einem Berg hoch über dem Rhein bei Rüdesheim bzw. Bingen gesehen. Es handelt sich um die „Germania“ bzw. um das Niederwalddenkmal. Das wollte ich mir mal aus nächster Nähe ansehen, sozusagen als Pendant zum Hermann. Das Navi führte mich dieses Mal auf die rechte Rheinseite, an der ich nie entlang gefahren war. Das war perfekt! Hier war praktisch kein Verkehr, die Strasse großzügig und es gab keine touristisch überlaufenen Ortschaften. Das beste aber fand ich, dass ich nun mal die berühmt berüchtigten Orte, wie Boppard, St. Goarshausen und Bacharach von der anderen Seite betrachten konnte. Die Strecke hat mir sehr gut gefallen und es bietet sich auch immer wieder Gelegenheit, eine kurze Pause auf einem Parkplatz direkt am Rhein zu machen.

Am Niederwalddenkmal gibt es Parkplätze für Wohnmobile zu den obligatorischen 5 Euro. Kleines Mißgeschick: Beim Rangieren auf dem Parkplatzes ist das hintere Nummernschild in einem Busch hängen geblieben und aus der Halterung gebrochen. Nun klebt es vorerst von Innen am Rückfenster 🙂

Das Denkmal liegt praktisch direkt am Parkplatz. Wer will, kann aber weitere Rundwege wandern oder z.B. mit der Seilbahn runter nach Rüdesheim fahren. Das hatte ich kurz überlegt, aber mich dann doch entschlossen, mir diese Touristenmeile nicht anzutun. 

Niederwalddenkmal – Germania

 

Blick vom Niederwalddenkmal
Blick vom Niederwalddenkmal

Von Rüdesheim aus bin ich noch etwas weiter in Richtung Süden gefahren bis kurz vor Wiesbaden. Ich hatte jetzt kein festes Ziel mehr und so ließ ich mich von der Stellplatz-App inspirieren, in dem ich nach landschaftlich schön gelegenen Stellplätzen in der Umgebung bzw. wieder eher in Richtung Heimat suchte. Als Ergebnis einigte ich mich auf den Ort Holzappel im Westerwald. Der Stellplatz sollte an einem See liegen.

Die Fahrt dorthin führte zunächst durch langweilige Gegenden, dann jedoch ging es hinunter in enge Täler und Schluchten und wieder steil hinauf auf Plateaus mit toller Weitsicht. Der Hymer gab alles auf den engen und kurvigen Sträßchen durch herbstliche aber sonnige Laubwälder und entlang von romantischen Flußläufen.

Die Strecke führte von Eltville am Rhein über die B260 über Schlangenbad nach Bad Schwalbach. Von dort gings über Land- und Kreisstrassen zum Ort Katzenelnbogen und weiter nach Laurenburg. Hier führt eine Brücke über die Lahn und man sollte der B417 folgen, um in kurzer Zeit in Holzappel anzukommen. Leider war diese Strecke aber gesperrt. Die beschilderte Umleitung stellte sich als ziemlich langer Umweg heraus aber führte zum Ausgleich durch ein wunderschönes Tal entlang der Lahn.  

In Holzappel angekommen, dämmerte es schon fast. Dort oben war es auch wieder regnerisch und kühl. Der Stellplatz mag im Sommer nett sein, aber an diesem Abend hat er mir nicht gefallen. Es ist zwar alles vorhanden, aber irgendwie wirkte alles sehr ungepflegt und ungeliebt. Am nervigsten ist der permanent asthmatisch stöhnende Parkticketautomat. Da möchte ich nicht im Sommer unter meiner Markise sitzen wollen und mir das anhören. Bevor ich hier alles angeschlossen hatte, habe ich tatsächlich gecheckt, ob ich das Teil auch im Womo noch höre. Zum Glück nicht, sonst wäre ich wieder abgereist und hätte mir einen anderen Stellplatz gesucht.

Stellplatz Lahnstein am Rhein

Für den nächsten Tag überlegte ich mir, wieder an den Rhein zurück zufahren und zwar nach Lahnstein. Dort sollte es einen schönen Stellplatz geben. Als Zwischenstation hatte ich mir Nassau und Bad Ems ausgesucht. Die ganze Strecke führte bei bestem sonnigem Wetter immer an der Lahn entlang. In Nassau habe ich nur Halt gemacht, um ein schnelles Foto der Burg aus dem Auto heraus zu schiessen. In Bad Ems habe ich aber einen Parkplatz aufgesucht und wollte den Kurpark suchen und besuchen. Als ich allerdings den Motor des Mercedes abstellte, stieg plötzlich eine kleine, stinkende Rauchwolke links unter dem Armaturenbrett empor. Ich dachte sofort an Kabelbrand, denn das ist mir vor Jahrzehnten mit meinem ersten Wohnmobil einmal passiert und auch noch an der gleichen Stelle unter dem Armaturenbrett. Da hilft nur Abklemmen der Batterie so schnell wie möglich. Das hatte ich damals noch einigermaßen rechtzeitig geschafft, sodass nur ein kurzer Teil des gesamten Kabelbaums ersetzt werden musste.

Die Rauchwolke im Hymer verzog sich aber nach ein paar Sekunden schon wieder. Bei der Untersuchung der reichlich vorhandenen Kabel da in der Ecke konnte ich keine Beschädigung und auch keine Wärmeentwicklung feststellen. Aber der Schreck war erstmal da und mir war die Lust auf Spaziergänge vergangen.  Also startete ich den Hymer wieder (was zum Glück problemlos ging) und beschloss, direkt nach Lahnstein zum Stellplatz zu fahren. Auf der Fahrt dort hin gab es keine weiteren Probleme und auch später nicht mehr. Bei Gelegenheit muss ich diesem Phänomen aber mal auf den Grund gehen.

Der Stellplatz in Lahnstein liegt wirklich sehr schön an der Mündung der Lahn in den Rhein. Ich kam ja schon gegen die Mittagszeit, von daher gab es noch reichlich freie Stellflächen. Später wurde es aber voll. Die Stellplätze sind aber grosszügig. Es gab kein Gedränge. Inzwischen war es leider nur noch ab und zu sonnig, aber ich nutze den Nachmittag zu einem langen Spaziergang am Rhein entlang bis fast nach Koblenz. Eine Fahrradtour, statt des Spaziergangs, wäre perfekt gewesen. Aber ich hatte nun mal kein Fahrrad dabei. Ansonsten hätte ich auch noch die andere Rheinrichtung zur Innenstadt von Lahnstein in Angriff genommen. So blieb es nach dem Spaziergang beim Aufenthalt im Wohnmobil. Dieses Mal zur Abwechslung mal mit Fernsehen und reichlich Zocken am mitgebrachten Gaming-Notebook. Muss auch mal sein.

Stellplatz Lahnstein
Stellplatz Lahnstein
Rad und Spazierweg am Rhein direkt am Stellplatz
Rad und Spazierweg am Rhein direkt am Stellplatz

Gegen Mittag des nächsten Tages verließ ich Lahnstein, wechselte in Koblenz die Rheinseite und fuhr per Navi über Land in Richtung Dernau an der Ahr. Zunächst ging es bis hinter Bad Breisig noch am Rhein entlang, dann nach Westen über Bad Neuenahr-Ahrweiler immer zwischen Weinbergen. Kurz hatte ich beim „ehemaligen Regierungsbunker“, den man dort besichtigen kann angehalten. Dort konnte ich aber keinen adäquaten Parkplatz für mein Gefährt ausmachen. Außerdem sah ich schon Menschenmassen den Berg hinaufwandern, also verzichtete ich.

Ich fuhr also weiter durch das Ahrtal über Waldporzheim und Dernau, wo ich ebenfalls keine Parkmöglichkeit fand, nach Mayschoß. Hier gibt es erfreulicherweise einen sehr großen Parkplatz für Wohmobile, den ich ansteuerte. Am Platz gibt es VE. Wie viel das Parken (oder Übernachten?) kostet, war nicht herauszufinden, da der Parkscheinautomat nicht funktionierte. Ich machte eine Wanderung ins Zentrum, aber dort war wegen Feiertag nichts los. Auf dem Rückweg zum Womo, gönnte ich mir noch ein Stück Kuchen und erstand eine Flasche Federweißen für den Abschlussabend zuhause.

Stellplatz Mayschoss
Stellplatz Mayschoss

Die Fahrt ging weiter über Altenahr und dann über die L74, eine für ein Wohnmobil viel zu schmale Straße, durch das hübsche Sahrtal und über enge Serpentinen hinauf zum Radioteleskop bei Effelsberg. Weitere Serpentinen führten wieder hinunter nach Bad Münstereifel und dann war es nicht mehr weit bis zuhause. Dort angekommen beendete ich den Kurztripp damit, dass ich den Hymer beim Versuch, auf der Wiese zu wenden, in selbiger versenkte. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es noch so nass ist. Naja, am nächsten Tag hab ich geschafft, ihn mit allerlei Tricks wieder heraus zu manövrieren. Auch gut zu wissen, dass man sowas alleine hin kriegt und eine gute Erfahrung. Ich werde so schnell nicht mehr unkontrolliert auf eine Wiese fahren.

Hymer in Wiese versunken
Hymer in Wiese versunken

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