Hermann und die Externsteine

Nach unserer Moseltour im Juli 2017 machten wir kurz Station zuhause um nach dem Rechten zu sehen und frische Wäsche zu holen. Zwei Tage später, an einem Dienstagmittag, ging’s bei bestem Wetter auf zur nächsten Tour und zwar zum Teutoburger Wald. Nach knapp drei Stunden Fahrt pausierten wir auf einem Autobahnrastplatz und versuchten per Stellplatz-App einen schönen Übernachtungsplatz zu finden. Wir entschieden uns für den Wohnmobilhafen Brakel-Bellersen wegen der schönen Fotos und der guten Bewertungen und weil er recht zentral zu allen Sehenswürdigkeiten lag. Die terassenförmig angelegten 21 Plätze sind sehr großzügig bemessen. Jeder Platz ist mit einer Hecke eingefriedet, hat Strom und sogar Wasseranschluß. Der Preis beträgt 9,50 Euro inklusive Strom und Wasser. Uns hat der Platz sehr gut gefallen. Allerdings fanden wir die Entsorgungsstation nicht optimal. Hier wird der gleiche Bodeneinlaß für Grauwasser als auch Chemietoilette benutzt (was wir so noch nicht gesehen hatten). Man hat keine Möglichkeit, die Toilette zu spülen, den Bereich um den Bodeneinlaß abzuspritzen oder die Hände zu waschen. Das war uns suspekt. Deshalb haben wir hier nicht entsorgt und gehofft, woanders eine bessere Entsorgungsstation zu finden.

Hermann ruft

In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter mit reichlich Segen von oben aber am nächsten Morgen konnten wir draußen vor dem Wohnmobil frühstücken. Noch schnell die Schlüssel für die Stromsäule abgegeben und dann ging es in Richtung Hermannsdenkmal. Das war allerdings gar nicht so einfach zu finden, denn auf Grund von Baustellen konnte man nicht den Beschilderungen folgen. Schließlich ließ ich mich doch auf einen schmalen Weg, der unter einer engen Unterführung verlief, ein. Das Navi wollte es so, aber zunächst hatte ich mich geweigert, weil ich Befürchtungen hatte, mit dem S700 irgendwo stecken zu bleiben.

Das ist nicht passiert, aber viele andere Verkehrsteilnehmer hatten wenig Freude an meinen 30 km pro Stunde in den engen Kurven und steilen Anstiegen, die dann folgten.

„Der Vorteil von einem langsamen Auto ist, dass der Stau meistens hinter einem ist
und man vorne frei Sicht hat.“

Wir fuhren durch lauter kleine Ortschaften, die alle hübsch zurecht gemacht waren. Irgendwann sahen wir dann auf einer hohen Bergkette in weiter Entfernung so etwas wie Hermann stehen. An ihm schien aber eine Funkantenne befestigt zu sein, was wir etwas merkwürdig fanden. Vielleicht war es doch nicht Hermann?
Zwanzig Minuten später erreichten wir den unerwartet großzügigen Parkplatz mit Besucherzentrum, Gastronomie und Infogebäuden. Die Schrankeneinfahrt schien mir so gerade breit genug für den Hymer. Ein Schild besagte, dass sich die Schranke für Busse automatisch öffnen würde. Tat sie aber nicht. Wir sind doch quasi ein Bus! Das Ticket musste dann mein Beifahrer lösen, denn ich hätte den Automatenschlitz nicht vom Fahrersitz aus erreichen können. Die Parkgebühr sollte 3 € betragen.
Es gibt keine speziell für Wohnmobile ausgewiesenen Parkplätze. Das war auch nicht nötig. Die Parktaschen sind sehr reichlich vorhanden und es gibt viel Rangierraum.

Der Fußweg zu Hermann ist nur etwa 600 Meter kurz. Bis man Hermann erreicht hat, kann man sich unterwegs noch einige Stationen und Skulpturen, die auf bestimmte berühmte Persönlichkeiten hinweisen, ansehen. Dann sieht man ihn… allerdings von hinten.

Hermann von hinten
Hermann von hinten
Das sind doch Hasenohren oder nicht?
Das sind doch Hasenohren oder nicht?

Um ihn von vorne bewundern zu können, muss man noch einen kleinen Hügel ersteigen und einmal um ihn herumlaufen. Spätestens dann erkennt man auch, dass die vermeintliche Funkantenne in Wirklichkeit sein Schwert ist.

Hermann der Cherusker
Hermann der Cherusker

Wer mehr über Herrmann erfahren möchte, der kann sich z.B. auf der Seite www.hermannsdenkmal.de belesen oder auf die Tourismusseite des Teuteburger Waldes surfen.

Wir haben Hermann nach einer knappen Stunde wieder verlassen.
Am Ausgang zum Parkplatz kann man das Parkticket bezahlen, was wir auch gemacht haben. Mein Mitfahrer stand anschließend an der Schranke der Ausfahrt bereit, um das Ticket einzustecken. Das war aber gar nicht nötig, denn HIER öffnete jetzt tatsächlich die Schranke automatisch, als ich mit dem Hymer langsam angerollt kam. Die 3 € hätte man theoretisch nicht ausgeben brauchen.

Externsteine

Wir programmierten unser Navi auf das nächste Ziel, die Externsteine. Die waren relativ schnell gefunden. Das Schrankensystem des zugehörigen Parkplatzes war identisch mit jenem bei Hermann. Ich sage es vorweg: Wir zahlten die 3 € aber die Schranke öffnete sich auch hier bei der Ausfahrt automatisch, ohne dass wir das Ticket benutzt hätten.

Der Parkplatz selbst ist groß, recht ungepflegt, terrassiert und mit Bäumen und Sträuchern parzelliert. Ich hatte bei den Wohnmobilen, die dort bereits vereinzelt standen, den Eindruck, die campierten dort schon länger. 

Der kurze Fußweg zu den Externsteinen ist eben und meistens im Schatten zu bewältigen, was an diesem Tag wirklich sehr wichtig war. Ich war ein ungefähr 6jähriges Kind schon einmal bei Hermann und auch bei den Externsteine. Hermann kam mir dieses Mal eigentlich so gigantisch vor wie damals auch, aber diese Externsteine müssen seither enorm geschrumpft sein. Ich konnte zu diesem Phänomen aber keine weiteren Informationen finden. 

Wir verzichteten auf einen Aufstieg mangels Schwindelfreiheit bei meinem Begleiter. Ich musste auch nicht, denn ich war ja vor 50 Jahren schon man oben. Das muss reichen.

Externsteine
Externsteine
Externsteine
Externsteine

Auf dem Rückweg sprach mich ein riesiges Foto, auf dem eine Currywurst mit Pommes zu sehen war ungemein an. So besuchten wir die dortige Gastronomie. Currywurst gab es allerdings in diesem Restaurant nicht. Ich erinnere mich nicht mehr genau, was wir dann gegessen haben. Es war auch nicht der Rede wert, dafür aber teuer.

Wir verließen die Externsteine und fuhren weiter in Richtung eines neuen Stellplatzes. Gelandet sind wir letzendlich im Kurort Bad Meinberg auf dem Wohnmobilhafen am Bad Meinberger Badehaus, 7,50 € + 1,70 Kurtaxe pro Person + 50 Ct pro kleine Portion Strom. Leider war die Entsorgungsstation genauso unpraktisch wie auf dem Stellplatz vorher. Aber dieses Mal blieb uns nichts anderes übrig, als sie zu nutzen. Sehr unhygienisch das Ganze.

Der Stellplatz selbst ist eher langweilig, aber ruhig gelegen. Je nach Platz braucht man ein sehr langes Stromkabel.

Eigentlich war geplant, dass wir uns noch etwas Bad Meinberg oder zumindest den Kurpark ansehen, aber wir waren zu müde, und außerdem war für den frühen Abend mal wieder Gewitter mit reichliche Regen angesagt.
Genauso kam es auch. Überraschend war allerdings, dass es meine Füsse auf dem Sofa plötzlich auch beregnet wurden. Die Dachluke war nicht schuld (wie vorher schon mal passiert), die war zu. Nein, das Wasser kam an der oberen rechten Ecke des Fensters am Sofa herein und zwar in einem ordentlichen Strahl. Zunächst versuchte ich, dass Loch oder die Öffnung mit den Händen zuzuhalten. Das klappte aber nicht. Dann schnappte ich mir die Salatschüssel im Schrank darüber um das Wasser auffangen zu können.  Klar war aber, dass ich nicht das ganze Unwetter über so mit der Salatschüssel am Fenster sitzen wollte. Also bot sich mein Mitfahrer heldenhaft an, in Badehose und mit Textilband bewaffnet ins Unwetter hinaus zu stürzen und zu versuchen, das Leck zu schließen. Das gelang ihm tatsächlich!

Wie gehabt, erfreuten wir uns am nächsten Tag bestem Sommerwetters und setzen unsere Reise nun wieder eher südwärts, jedoch ohne konkretes Ziel fort. Wo es hin verschlagen hat, erfährst Du in Teil 2 dieses Reiseberichts „Museen, Wewelsburg und Erholung am Möhnesee„.

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