OYSTER SAT-Anlage von analog auf digital „umrüsten“

In diesem Artikel beschreibe ich, mit welchen einfachen Umrüstarbeiten man eine analoge SAT-Schüssel der Firma Oyster auf dem Wohnmobil auch mit modernem TV-Equipment weiterhin nutzen kann.

Mein Hymer S700 besitzt eine automatisch aufklappbare Satellitenschüssel der Firma OYSTER. Mit Hilfe des im Womo  befindlichen speziellen Receivers und des an diesen angeschlossenen Motorsteuergeräts (Typ 0002) für die Schüssel konnte die Anlage bis zum Jahr 2008 den richtigen Satelliten automatisch finden und auch Positionen speichern.

 

 

Steuerung Oyster 0002

 

 

Ab 2008 jedoch wurde der SAT-Empfang von analog auf digital umgestellt. Es hätte wohl damals die Möglichkeit bestanden, die OYSTER-Anlage umzurüsten, aber das war dem Vorbesitzer des S700 vielleicht zu teuer (ca. 1.200 Euro damals) oder es war ihm nicht wichtig genug. Er hat es jedenfalls nicht gemacht.

 

Ich gebe zu, bevor ich den Hymer gekauft hatte, wusste ich gar nicht, dass es solche vollautomatischen Anlagen gibt. Deshalb machte ich mir auch keine Gedanken um dessen Funktionsfähigkeit bei der Umstellung auf einen digitalen Receiver und einen modernen Fernseher. Erst nach einigen Internetrecherchen verstand ich, welche TV-Technik genau verbaut war und dass diese ohne sehr große Investitionen (Umrüstung auf speziellen digitalen Receiver von Oyster etc.)  so nicht mehr funktionieren würde.

Ich wollte aber nicht so schnell aufgeben und vor allem wollte ich die SAT-Schüssel auf dem Dach doch gerne nutzen. Also baute ich die TV-Technik wie folgt um.

„Umrüstung“ auf digital

Die OYSTER-Schüssel bekam einen neuen digitalen LNB von TechniSat. Damals zufällig für 3 Euro im Angebot (statt 15 Euro).

 

Als Receiver habe ich zunächst mal den von meiner Koffer-SAT-Anlage genommen. Wenn man keine großen Ansprüche hat, reichen ein einfacher Receiver z.B. von Comag wie der SL25 oder der SL40.  Beide habe ich seit Jahren zuhause ohne Probleme im Einsatz.

 

Als TV dient mir ein älterer 220V LCD Fernseher von KENO mit 22″ Diagonale, den ich auch im Wohnwagen immer im Urlaub dabei hatte. Der passt perfekt in den TV-Schrank vom Hymer.

Ich habe ihm aber noch einen Schwenkarm spendiert, damit ich ihn auch mal in Richtung meines Bürobereichs im hinteren Teil des Wohnmobils drehen kann. Mit dem folgenden Arm, den ich gekauft habe, bin ich so weit zufrieden. Allerdings gibt es vielleicht bessere Lösung bezüglich der Einstellung des Neigungswinkels des TV. Bei diesem Modell kann man den zwar einstellen, muss ihn dann aber mit einer Mutter (und entsprechendem Werkzeug) fixieren. Hier würde ich heute nach einer besseren Lösung suchen, z.B. mit Kugelkopfgelenk.

Den Schwenkarm habe ich an eine Seitenwand des Hängeschranks montiert. Es waren zwar reichlich Schrauben und Befestigungsmaterial dabei, für diese Art der Befestigung musste ich allerdings noch Schrauben, Muttern und große Unterlegscheiben im Baumarkt erwerben.

Leider neigt der Schwenkarm samt Fernseher dazu, sich während der Fahrt langsam aber sicher aus dem Schrank heraus zu bewegen. Da muss ich noch irgendeine Sperre einbauen.

Kleines Hindernis

Obwohl ich mir sicher war, dass ich nun Satellitenempfang bekommen müsste, wenn ich die Schüssel über die Pfeiltasten des Motorsteuergerät nur in die richtige Position drehe, funktionierte es bei den ersten Versuchen nicht. Es war weder mit dem SAT-Finder noch über die Transpondersuchfunktion des TV ein Signal zu finden. Ich war kurz davor, aufzugeben als mir, beim erneuten Betrachten der Schüsselstellung, auffiel, dass der Arm mit dem LNB überhaupt nicht horizontal zur Schüssel stand, sondern sich noch eingeklappt in der Schüssel befand. Klar, soooo konnte das ja nichts werden. Von der Wohnwagentür aus gelang es mir mit einem Stockschirm den Arm herunter zu drücken. Und siehe da, nach wenigen Minuten hatte ich Bild und Ton! Mit dem Schirm habe ich mich dann auch auf den ersten Ausflügen beholfen, bis mir irgendwann die Erleuchtung kam, warum der Arm nicht beim Aufklappen der Schüssel in die richtige Position geht: Weil er zu leicht ist! Der alte LNB hatte ein Metallgehäuse. Dessen ordentliches Gewicht hat dafür gesorgt, dass der Arm sich nicht zusammen mit der Schüssel hochklappt, sondern unten bleibt. Ich werde also demnächst mal ein paar Bleigewichte am Ende des LNB-Arms montieren und dann wird’s klappen.

FAZIT

Für extrem wenig Investition (3 € für den LNB,  23 € für den Schwenkarm und ca. 4 € für Schrauben) habe ich jetzt SAT-Empfang mit einer eigentlich total veralteten SAT-Anlage. Das halbmanuelle Ausrichten der Schüssel geht relativ schnell, wenn man eine Referenzschüssel in der Nähe hat, bei der man die horizontale Richtung abgucken kann. Die vertikale Neigung ist ja beim Astra 19.2 und anderen Satelliten bei uns immer gleich. Für die richtige Einstellung dieses Winkels bekommt man nach einer Zeit einen Blick. Den SAT-Finder benutze ich nicht mehr. Es ist viel einfacher über das Transpondermenü des Receivers Signalstärke und Signalqualität zu optimieren.

 

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