Bremssattel

Keine Bremswirkung mehr

Nach meiner Tour zur Teufelschlucht sollte meine zweite Fahrt mit dem Hymer zur ca. 60 Kilometer entfernten Caravan-Werkstatt gehen. Dort hatte ich einen Termin, um an der Gasanlage einen neuen Umschalter, der den aktuellen Normen entspricht, einbauen zu lassen. Außerdem sollte das undichte Siffon unter einem der Küchenspülbecken repariert werden und ein abgerissenes Kabel am Zündautomaten der Heizung wieder angelötet werden.

Schon auf den ersten paar Metern im eigenen Hof bemerkte ich, dass ich das Bremspedal ohne viel Widerstand fast bis zum Boden treten konnte bzw. musste, um eine Bremswirkung zu erhalten. Sch***

Ich dachte an einen defekten Bremskraftverstärker oder zu wenig Bremsflüssigkeit. Aber wieso plötzlich? Eigentlich müsste gerade die Bremse in Ordnung sein, denn es war Bestandteil des Kaufvertrages, dass neben einer Inspektion auch die Bremsen repariert werden. Der Anlaß war, dass das Fahrzeug bei der Probefahrt beim Bremsen stark nach links zog. Dieses Verhalten trat bei der Abholung und späteren Fahrten nicht mehr auf. Von daher war scheinbar alles in Ordnung.

Seit der Tour zur Teufelsschlucht hatte der Hymer eine Woche gestanden. Auf der Tour selbst war mir nur zum Ende hin bei einer längeren Bergabfahrt aufgefallen, dass die Bremswirkung etwas schwächer war. Ich habe es auf zu heiße Bremsen geschoben, da ich trotz Motorbremse,  die Bremse noch oft zur Hilfe nehmen musste.

Ich hätte die Fahrt zur Werkstatt vielleicht verschoben, aber ich musste auf dem Weg dort hin noch jemanden im Krankenhaus zu einem Untersuchungstermin abliefert. Die Zeit war zu knapp, um noch umzudisponieren. Also entschloss ich mich, nach diversen Testbremsungen, dass die Bremswirkung ausreichen musste für die geplante Fahrt.

Mit immer reichlich Abstand zum Vordermann habe ich auch unfallfrei die Fahrt zur Werkstatt hinter mich bringen können. Einmal musste ich allerdings tatsächlich die Handbremse mit zur Hilfe nehmen.

Ohne Bremsflüssigkeit, keine Bremswirkung

Keine Bremswirkung - Neue Bremsleitung
Wurde bei der Montage des neuen Bremsschlauches ein Fehler gemacht?

Die Werkstatt stellte fest, dass kaum noch Bremsflüssigkeit im Behälter war, konnte aber nirgendwo austretende Bremsflüssigkeit entdecken. Die Bremsflüssigkeit wurde wieder aufgefüllt und die geplanten übrigen Reparaturen wurden durchgeführt. Die Rückfahrt verlief vom Bremsverhalten her zumindest besser, wenn auch unbefriedend im Vergleich dazu, wie es sein sollte bei einem so schweren Fahrzeug.

 

 

Ein paar Tage später hat sich ein Freund von mir, ein gelernter Nutzfahrzeugmechaniker, der Sache angenommen. Es stellte sich heraus, dass die Bremsflüssigkeit vorne rechts am Bremssattel bzw. den Bremszylindern austrat. Nach Rückfrage beim Händler bestätigte dieser, dass vorne ein neuer Bremsschlauch montiert wurde und zwar – wie wir jetzt sehen konnten – genau an diesem Bremssattel.

Bremswirkung - Austritt der Bremsflüssig
Austritt der Bremsflüssigkeit
Bremssattel rechts DB 410D
Bremsflüssigkeit überall

Durch die Bremsflüssigkeit sind die Bremsbeläge unbrauchbar geworden und müssen erneuert werden. Das ist dann natürlich auch auf der linken Seite fällig. Schwieriger ist wohl festzustellen, was das Problem (und die Ursache !) bei den Bremszylindern ist. Mein Hausmechaniker meinte, dass das Erneuern der O-Ringe das Problem beheben wird. Außerdem fehle ein Dichtblech (?), was da eigentlich reingehört. Er wird nun versuchen, die Ersatzteile zu besorgen und nächste Woche alles zusammenzubauen. Ich hoffe sehr, dass das klappt, denn ich habe ab Montag Urlaub und bin natürlich heiß darauf, endlich eine etwas längere Tour mit dem Hymer zu machen. Auf Grund anderer häuslicher Umstände wird es nicht die große Urlaubsreise, aber an Rhein, Mosel sowie Luxemburg und vielleicht Elsaß gibt es auch viel zu erleben und und Schönes zu sehen.

 

04.07.2017

Die Bremsen vorne sind repariert. Ein guter Freund und gelernter Nutzfahrzeugmechaniker hat am betroffenen Bremssattel den „undichten“ Zylinder geschliffen. Dann hat er neue Dichtringe und Staubmanschetten für beide Bremssättel vorne besorgt sowie neue Bremsbeläge. Ich durfte beim Einbau zuschauen und ich finde, wenn man man gesehen hat, wie es geht, ist es gar nicht so schwierig. Natürlich hilft die Routine und man muss ein paar Dinge beachten, wie z.B. Kanten abschleifen an den Bremsbelägen oder Kupferpaste auftragen, aber wenn man das ein paar Mal gemacht hat, scheint es mir relativ simpel zu sein. Zwei neue Bremssättel hätten mich jedenfalls 1300 Euro gekostet und so ging es mit einem Bruchteil dieser Summe.

Zum Schluß wurde noch neue Bremsflüssigkeit aufgefüllt und die Bremsen entlüftet. Dazu braucht man zwei Personen. Einen, der nach Anweisung die Bremse tritt (pumpt) und einen, der die Bremsleitung wieder anschließt, wenn alle Luft raus ist. Dann noch Räder wieder montieren und fertig 🙂

 

FAZIT

Wenn du plötzlich kaum noch Bremswirkung mehr hast und sich das Pedal ohne viel Druck weit durchtreten lässt, dann könnte es daran liegen, dass Dein Womo Bremsflüssigkeit verliert. Dann also zuerst den Stand der Bremsflüssigkeit im Behälter prüfen. Sollte dort schon das Problem erkennbar sein, muss man unters Fahrzeug kriechen und die Bremsleitungen und Bremssättel auf Feuchtigkeit kontrollieren. Den Rest erledigt dann der Fachmann. Unnötig zu sagen, dass Bremsen immer in einem einwandfreien Zustand sein sollten. Erst recht bei einem so schweren Fahrzeug, wie dem Hymer S700.

 

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