Teufelsschlucht

Ausflug in die Teufelsschlucht

Mein erster Ausflug und somit meine erste Übernachtung in meinem Hymer führte mich in die Südeifel. Ich wollte die Irreler Wasserfälle und die Teufelsschlucht besuchen. Der eigentlich Zweck der Reise war aber natürlich eine Art Generalprobe zu machen, bevor ich mit dem Womo richtig in den Urlaub starte.

 

Mithilfe der Stellplatz App von Promobil hatte ich mir schon zuhause einen Stellplatz herausgesucht, von dem ich hoffte, dass er nicht nur ansehnlich ist, sondern auch nicht allzu eng für mein „Schiff“ ist. Die Wahl fiel auf den Stellplatz im Dörfchen Pronsfeld.
Ich kam dort gegen 19.30 Uhr an und wurde von einer netten Dame empfangen, die gerade dabei war, Ihren Platzdienst zu beenden. Wir unterhielten uns noch eine Weile über die Entstehung des Stellplatzes und ich übergab meine 6 € Stellplatzgebühr. Der Platz war gut besucht. Ich schätze, es waren 25 Wohnmobile bereits da. Dennoch herrschte kein Gedränge. Es gab genug Platz zwischen den Fahrzeugen und noch reichlich Auswahl für meinen „Kleinen“.

Ticket SP Pronsfeld

Dank des genialen Wendekreises des Mercedes und der Rückfahrkamera (auch wenn die mir nur sekundenweise ein Bild zeigt), war das rückwärts Einparken kein Problem. Im direkten Vergleich neben anderen Wohnmobilen war wieder auffällig wie lang der S700 ist.

Die 50 ct / kWh für Strom steckt man in den Automaten am Stromkasten, drückt die Nummer des Anschlusses, in den man sein Kabel gesteckt hat und fertig.

SP Pronsfeld

Nachdem das Auto bis hierhin prima gelaufen war und auch erste Stellplatz erobert wurde, begann die Generalprobe im Innern des Hymer. Da ich keine Lust mehr hatte, ins 500 Meter entfernte Dorf zu wandern, um etwas im einzigen Restaurant zu essen, beschloss ich, die mitgebrachte Dosensuppe zu erwärmen. So wurde gleich die Herd eingeweiht. Nach dem Essen sollte dann zur Feier des Tages ein Fläschchen Wein geöffnet werden. Das stellte sich allerdings als Herausforderung dar, weil ich keinen Korkenzieher im Womo hatte. Sämtliches Campinggeschirr, Töpfe, Besteck etc. hatte ich vorher aus meinem alten Klappwohnwagen und dem VW-Bus herausgenommen und in die Spülmaschine gesteckt. Beim späteren Sortieren und Einräumen ins Womos, habe ich die beiden(!) Flaschenöffner irgendwie für überflüssig gehalten und nicht eingeräumt. Aber kein Problem, man hat ja das Internet dabei und kann sich schnell Tipps anlesen, wie man den Korken trotzdem los wird. Dem Weingenuß stand also am Ende nichts mehr im Wege.

Nach gutem Essen und Trinken kommt es vor, dass sich gewisse andere Bedürfnisse regen. Die Generalprobe für die Toilette stand an. Aber – oh Schreck  – ich hatte das Toilettenpapier vergessen! Ok, vom Vorbesitzer waren tatsächlich noch paar Blätter auf der Rolle und in meinem Rucksack fand ich zwei Pakete Papiertaschentücher. Das musste für den Abend und den Morgen reichen. Tat es auch 🙂

Die Nacht verlief einigermaßen gut, trotz eines in der Nähe stattfindenden Sportfestes, das kein Ende nahm. Die Matraze im Hubbett ist fest, aber nicht unbequem. Platz hat man da oben reichlich und es quietscht und wackelt nichts. Allein das Runterklettern am Morgen fand ich etwas beschwerlich. Da brauche ich noch eine komfortablere Lösung als die Leiter.

Am Morgen sollte der Backofen getestet werden. Es sollte Aufbackbrötchen geben. Gesagt, getan. Der Backofen befand sich in der Aufheizphase und ich dachte, ich mache mir in der Zwischenzeit mal heisses Wasser für den Kaffee. Da ich an Landstrom hing, nahm ich dazu den kleinen Heizwasserbereiter, den ich auch schon jahrelang im Klappi und im Bus benutzt habe. Das war ein Fehler! In dem Moment, als ich den Kocher einschaltete, war der Strom weg.
Der Check der Sicherungen im Hymer ergab keinen Befund. Die Kontrolle der Stromsäule ergab, dass dort die Sicherung geflogen war. Mehrmaliges Wiedereinschalten brachte nichts. Nach kurzer Zeit flog die Sicherung wieder, obwohl längst Backofen und Heizwasserbereiter aus waren.

Ich hab’s aufgegeben und mir mein Kaffeewasser auf dem Gasherd erhitzt. Geht eigentlich auch viel schneller. Die Ursache des Problems ist noch nicht geklärt. Ich fürchte, dass der Backofen schuld ist. Der Sache muss ich mich noch annehmen.

Nach dem Frühstück erfolgte die Generalprobe für die Entsorgungsprozedur. Der Stellplatz bietet Grauwasserentsorgung über einen Bodenschacht. Da muss man schon ziemlich genau mit der Abwasserklappe über der Öffnen stehen. Oder man hat einen Schlauch. Den habe ich zwar, aber zu diesem Zeitpunkt, war der noch in einem Fach unterm Fahrzeug verstaut. Dieses Fach ist aber dermaßen schlecht zugänglich, dass ich an diesem Morgen auf die Entsorgung des Grauwassers verzichtet habe. War auch nicht nötig.
Stattdessen habe ich mich der Toilette angenommen. Hierfür gab es zwei, wie ich finde, zu kleine Öffnungen mit Klappen direkt in Bodenhöhe. Ich fand es nicht einfach, dort den Ausguß der Kassette ordentlich hineinzustecken ohne dass etwas daneben ging. Leider gab es an der Wassersäule keinen Schlauch zum Abspritzen des Ausgüsse und auch zum Spülen der Kassette gab es nur einen längeren Wasserhahn. Wie soll man die Anlage sauber verlassen, wenn man keine Vorrichtung zum reinigen hat?An der selben Säule hätte man übrigens auch für 50 ct noch 60 Liter Frischwasser tanken können.

Alles in Allem würde ich sagen, der Stellplatz ist ok. Er ist liegt ruhig und in relativer Ortnähe gelegen. Die Stellplätze sind grosszügig und eben. Die Entsorgungseinrichtungen sind vermutlich Standard.

Nachdem die Generalprobe „Dumping“ halbwegs erfolgreich erledigt war, gings zur ca. 50 km entfernten Teufelsschlucht. Hier angekommen, war ich froh über den riesigen Parkplatz vor Ort, auf dem es kein Problem war, den 7,20 Meter Hymer abzustellen. Auch das spätere Herausrangieren (inzwischen umrahmt von vielen anderen Womos) war kein Problem.

Die Irreler Wasserfälle, die eigentlich eher Stromschnellen sind, waren mangels Wasser eher uninteressant, wenn auch ein nettes Ziel auf dem Rundwanderweg.

Irreler Wasserfälle

Wesentlich spektakulärer fand ich die Teufelsschlucht. Bevor man die Wanderung in die Schlucht beginnt, kann man sich im Besucherzentrum informieren und auch noch eine kleine Stärkung zu sich nehmen. An heissen Tagen, wie diesem, sollte man auf jeden Fall genug Flüssigkeit mit sich führen. Der Weg durch die Schlucht kann anstrengend sein. Es gibt viele, teils rutschige und steile, Naturstufen zu überwinden. Man geht zum Teil auf schmalen Pfaden an steilen Hängen entlang und quetscht sich durch enge Felsspalten. Auf Felsplateaus kann man rasten und die bizarren Felsformationen, die sich vor einem erheben, bewundern. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt, die so gar nicht in die Eifel passt, sondern eher aus einem Computerspieldschungel entsprungen scheint.

Teufelsschlucht

„Teufelsschlucht
Gegen Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren kam es zu gewaltigen Felsrutschen am Rande des Ferschweiler Plateaus. Es entstand eine 28 Meter tiefe Felsspalte. Der Sandstein hat sich ca. 190 Mio. Jahre alten Ablagerungen ins Lias-Meer gebildet.“

 

Es gibt auch sogenannte Hörstationen, an denen man per App oder per ausgeliehenem Kopfhörer Informationen und Geschichten über die jeweiligen Standorte erhält.

Die Wanderung dauert ca. 1,5 Stunden, aber man kann es auch gemütlicher angehen. Wenn man sich die Zeit nimmt und die Hörstationen nutzt, dauert es länger. Es gibt auch immer wieder schöne Ecken für ein Picknick oder eine kleine Verschnaufpause.

Bei den vielen Stufen hinab und hinauf ist ein bisschen Kondition gefragt. Kindern ab vielleicht 8 Jahren macht dieser Ausflug viel Spaß. Für kleinere Kinder könnte der Aufstieg zum Schluss etwas anstrengend sein, weil auch die Stufen sehr hoch und uneben sind. Motivierend wirkt vielleicht der in Aussicht gestellte Besuch des Dinoparks ganz in der Nähe des Besucherzentrums.

 

Die offiziellen ausführlichen Informationen zur Teufelssschlucht findet Ihr auf deren Internetseite.
Ich kann einen Ausflug dort hin nur empfehlen!

FAZIT

Die Teufelsschlucht mit den Irreler Wasserfällen, gelegen in der Südeifel zwischen Bitburg und Trier, ist einen Besuch wert. In der Entfernung von 500 Metern Fussweg zum Besucherzentrum gibts es auf einer Wiese reichlich Parkplatz. Hier kann man auch mit einem großen Wohnmobil noch rangieren. Die Wanderung in der Teufelsschlucht selbst dauert ca. 1,5 Stunden. Man kann sich aber auch viel mehr Zeit lassen. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich aber auch anspruchsvoll. Für Erwachsene und Kinder interessant und für letztere gibt es auch noch einen Dinopark nebenan.

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